Eine über 80-jährige Dampflok kehrt an ihre alte Wirkungsstätte zurück

Eine alte Hilbersdorferin kehrt zurück. Das Bw Karl-Marx-Stadt-Hilbersdorf beheimatete zu Zeiten der Deutschen Reichsbahn unzählige Dampflokomotiven für den Güterverkehr um Chemnitz. Eine Hautplast im Güterverkehr trugen dabei die Lokomotiven der Baureihe 50, welche bis 1944 in über 3.100 Exemplaren gebaut wurden. Die fünffach gekuppelten Schlepptenderlokomotiven waren mit einer maximalen Geschwindigkeit von 80 km/h universell vor Personen- und Güterzügen einsetzbar und für die Strecken in den mittelsächsischen Flusstälern ideal geeignet.

Eine von Ihnen, die 50 2740, war nach dem zweiten Weltkrieg in der DDR verblieben und gelangte 1967 zum Bw Karl-Marx-Stadt-Hilbersdorf. Hier verblieb Sie – sage und Schreibe fast 20 Jahre –  bis zum Dampfende kurz vor der Wiedervereinigung und kam vorrangig auf den Nebenstrecken im Erzgebirge und sowie im mittelsächsischen Mulden-, Chemnitz- und Zschopautal zum Einsatz. Ihr markantes Aussehen machte Sie bereits zu Betriebszeiten zu einem begehrten Fotomotiv der letzten Dampfjahre um Chemnitz.

50 2740 – eine seltene Übergangskriegslok

Die Lok ist als sogenannte Übergangskriegslok (ÜK) gebaut worden. Dabei wurde in der Zeit des zweiten Weltkrieges die bereits in Friedenszeiten, konstruierte, gebaute und bewährte Baureihe 50 auf ein absolutes Minimum vereinfacht. Rund 1.000 Teile entfielen, unzählige wurden vereinfacht – das Ergebnis war die Kriegslokomotive der Baureihe 52 die ab 1942 in rund 7.000 Exemplaren gefertigt wurde. Die ÜK stellt dabei  eine der wenigen noch erhaltenen Vertreter des Übergangs zwischen diesen beiden Baureihen dar.

1988 endete der reguläre Einsatz von 50 2740 in der DDR. Noch im gleichen Jahr wurde die Lok in die Bundesrepublik verkauft, kam nach Ettlingen bei Karlsruhe und verbrachte dort, nach ihrer Einsatzzeit bei der Deutschen Reichsbahn, ihren (Un-)Ruhestand als betriebsfähige Museumslok beim Verein „Dampfnostalgie Karlsruhe – eine Sektion der Ulmer Eisenbahnfreunde e. V.“ – (Dampfnostalgie Karlsruhe).

Nachdem sie dort bis ins Jahr 2012 fleißig etliche Einsätze mit Bravour meisterte, musste sie nach Fristablauf abgestellt werden. Im Jahre 2023 ging die Lok auch in das Eigentum des Vereins Dampfnostalgie Karlsruhe über.

Leider konnte aufgrund fehlender Halle die Lok in Ettlingen nicht witterungsgeschützt untergestellt werden. 2026 bot sich die Möglichkeit die Lokomotive als Kooperation zwischen der Dampfnostalgie Karlsruhe und dem Verein Sächsisches Eisenbahnmuseum e. V. als Leihgabe nach Chemnitz-Hilbersdorf zu überführen. Die Idee fand in beiden Vereinen schnell Gefallen, zumal mit der 50 2740 eine Stammlok des ehemaligen Bw Karl-Marx-Stadt-Hilbersdorf zurückkehrt.

Es folgte eine zügige Klärung aller Formalitäten sowie eine optische Aufarbeitung der Lokomotive durch die Ehrenamtlichen der Dampfnostalgie Karlsruhe. Im August 2026 konnte die Lok schlussendlich ihre rund 650 Kilometer lange Reise in ihre neue, alte Heimat antreten.

Ihren Ersten öffentlichen Auftritt wird das neue Exponat zum

33. Heizhausfest vom 21. bis 23. August 2026

haben. Ab dann ist eine Ausstellung der Lokomotive im Rundhaus I geplant, sodass die Lok von Besuchern zu den Öffnungszeiten des Schauplatz Eisenbahn (Bis November immer Donnerstag bis Sonntag) bestaunt werden kann.

Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung der folgenden Vereine:

Dampfnostalgie Karlsruhe – eine Sektion der Ulmer Eisenbahnfreunde e. V.

Sächsisches Eisenbahnmuseum e. V. am Schauplatz Eisenbahn in Chemnitz-Hilbersdorf