Archiv der Kategorie: Aktuelles

Ostergrüße

Foto: unter-dampf Pictures/Johnny Ullmann

Das Team des Sächsischen Eisenbahnmuseum e. V. und des Schauplatz Eisenbahn wünscht allen Unterstützern, Besuchern, Fahrgästen und Eisenbahnfreunden ein schönes Osterfest.

Saisoneröffnung 2022

Danke für eine gelungene Saisoneröffnung 2022

Ein großes Dankeschön geht an alle Beteiligten sowie die zahlreichen Besucher, welche mit uns an diesem Wochenende in die neue Saison gestartet sind.

Ein besonderes Highlight war die Eröffnung der Sonderausstellung »Tore zur Welt – Bahnhöfe in Sachsen«.

Bis Ende Oktober haben wir, für alle großen und kleinen Fans der Eisenbahn, jeweils Donnerstags bis Sonntags/Feiertag von 10 -17 Uhr geöffnet.

Nachwuchsförderung

Gratulation…

Im Rahmen unserer Nachwuchsförderung konnten heute unsere Mitglieder, Hannes, Maximilian und Johnny, die Prüfung zum Kesselwärter, bei der Museumseisenbahn Schönheide, mit „Sehr gut“ ablegen.

Wir wünschen Euch immer eine gute Fahrt.

Wir öffnen am 9. April!

Endlich ist der Winter vorbei und die warme Jahreszeit beginnt! Auch in diesem Jahr öffnet der Schauplatz Eisenbahn vom 9. April bis 31. Oktober immer Donnerstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr die Tore für seine Besucher.

Zur Saisoneröffnung bieten wir am Samstag ab 10:30 eine öffentliche Führung mit Wagenablauf (11:00), sowie die Besichtigung der Modellbahnanlage und eine Fahrt mit der Feldbahn. Auch am Sonntag sind Fahrten auf dem ca. 1km langen Feldbahn-Rundkurs möglich. Als besonderen Höhepunkt bieten wir unseren Besuchern die Möglichkeit unsere 254 059 (E 94) zu besichtigen. Für unsere kleinen Gäste bieten wir ab 13:00 die Kinderführung „Max zeigt’s euch!“ an.

Zusätzlich bietet das Museum Führerstandsmitfahrten auf der vereinseigenen Dampflok 50 3648-8 an

Rückblick auf die Fotoveranstaltung

Am 12. März 2022 fand auf dem Museumsgelände eine Fotoveranstaltung statt. Im Mittelpunkt standen die Lokomotiven 58 261, 50 3628 und 86 001. Im Laufe des Tages wurden viele Motive, wie sie sich einst im Bahnbetriebswerk Hilbersdorf ereignet haben könnten, nachgestellt.
Mit nachgefertigten Lokschildern konnte zeitweise auch die bekannte 58 1800 wiedererweckt werden, auch wenn die Illusion nicht absolut perfekt war. Auch das Wetter spielte mit und verhalf uns zu einem sonnigen Tag, der mit einer abschließenden Fotomöglichkeit zur Dämmerung und Dunkelheit endete.
Wir bedanken uns bei allen Fotografen und Besuchen für diesen wundervollen Tag.

Blick von 50 3628 während der Abenddämmerung. Foto: Maximilian Thieme

Aufarbeitung SKL 24

Der aufgearbeitete SKL 24 präsentiert sich am Rundhaus II [Foto: Ralf Bechmann/SEM]

Früher waren SKL in jeder Bahnmeisterei anzutreffen und halfen bei kleineren Bauarbeiten an der Strecke oder im Bahnhofsbereich. Genau dafür werden diese Fahrzeuge auch heute noch im musealen Bereich eingesetzt. Ein weiterer SKL 24 ist nun wieder aufgearbeitet und einsatzfähig.

Im Zuge der Aufarbeitung erfuhr die Kabine des Fahrzeuges eine umfangreiche Behandlung. Das Holzgestell im Inneren wurde komplett neu gebaut, die Blechteile der Kabine sandgestrahlt und Rostschäden beseitigt. Am Ende der Arbeiten stand die Neuverkleidung des Kabineninnenraumes. Auch die Bordwände des Fahrzeuges sind neu beplankt. Die technische Aufarbeitung betraf vor allem den Motor und die Elektrik. Die elektrischen Anlagen des Fahrzeuges wurden komplett überarbeitet. Da der alte Motor defekt war, musste ein Austauschmotor organisiert werden. Doch auch dieser war nicht sofort einsetzbar. Das Honen der Zylinder, der Wechsel der Kolbenringe, die Korrektur der Ventilsitze und ein Öl- und Ölfilterwechsel waren nur ein kleiner Teil der Arbeiten. Neben einem Ölwechsel am Wende-/Schaltgetriebe wurde ebenfalls die Hydraulikpumpe zerlegt und aufgearbeitet.

Gleichzeitig liefen die Arbeiten, die für eine Zulassung des Fahrzeuges nach BOA wichtig sind. Der Luftkessel wurde ausgebaut, entrostet, lackiert und druckgeprüft. Daran schloss sich die Lackierung und der Wiedereinbau an. Es folgte der Ausbau aller Bremsgestänge sowie deren Säuberung und Prüfung. Ebenfalls wurden Bremszylinder und Bremsventil ausgebaut, zerlegt und untersucht. Nach der umfangreichen und grundhaften Aufarbeitung steht dieses Fahrzeug dem Verein somit wieder für Einsätze an den vielen Baustellen zur Verfügung.

Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern und Unterstützern, die an diesem Projekt beteiligt waren.

Der aufgearbeitete SKL 24 ist nun wieder bereit für Einsätze [Foto: Holger Stange/SEM]

Sie haben Lust bekommen sich bei unserem verein zu engagieren? Dann schauen Sie doch hier vorbei.

Neuigkeiten von der Aufarbeitung des Bghw (548) Sitzwagens

Montiertes Drehgestell Drehgestell mit aufgearbeiteter Bremsanlage. [Foto: Nico Czisch]

An diesem Projekt sind die Arbeiten gut vorangekommen. So wurden die Zughaken vermessen, die Zughakenführungen aufgearbeitet sowie die Zughaken neu lackiert wieder eingebaut. Auch die beiden Schraubenkupplungen wurden demontiert, gesäubert, geprüft, neu lackiert und gefettet. Der Wagen bekam einen neuen Satz Batterien inkl. einem aufgearbeiteten Batteriekasten, welcher mit einer hitzebeständigen Lackschicht ausgestattet ist.

Die Drehgestelle wurden bremstechnisch aufgearbeitet, wobei alle beweglichen Teile demontiertet, gereinigt und geprüft wurden. Daran schloss sich der Zusammenbau der Bremsanlage sowie der Einbau aufgearbeiteter Bremsversteller, Bremssteuerventile, Bremsluftbehälter und geprüfter Bremsschläuche an. Die Drehgestelle sind mittlerweile wieder komplettiert. Hierbei kamen auch aufgearbeiteten Achsgeneratoren zum Einbau. Die Verbindung zwischen Achsgenerator und Radsatz stellt die Kardanwelle her, deren Einbau ebenfalls geschah. Als nächster Schritt müssen die Drehgestelle noch lackiert werden, bevor sie wieder ihren angestammten Platz unter dem Wagenkasten einnehmen können.

Der Wagenkasten wurde derweil auf seine Lackierung vorbereitet und angeschliffen. Dabei wurden auch kleinere Rostschäden beseitigt und in Vorbereitung auf die bevorstehende Lackierung die Gummiwulstübergänge demontiert. Die Dampfkupplungen wurden wieder eingebaut.

Eingebauter und aufgearbeiteter Zughaken. [Foto: Nico Czisch]

Ein zweites Leben für den EDK 80

Zur Geschichte der Eisenbahn gehören nicht nur zahlreiche Lokomotiven sämtlicher Traktionsarten, auch verschiedene schienengebundene Spezialfahrzeuge. Unter diesen wertvollen Objekten befindet sich auch ein EDK 80.

Bild von der Abnahme des Kranes im ehemaligen Bahnbetriebswerk Chemnitz-Hilbersdorf [Foto: Ralf Bechmann/2021]

Was ist ein EDK?

EDK – Kurz für Eisenbahndrehkran. In vielen Bereichen sind bei der Eisenbahn große Massen zu heben und zu bewegen. Sei es im Gleisbau, bei der Restaurierung von Dampflokomotiven, dem Befüllen der Kohlehochbunker oder beim Heben einzelner Komponenten von Lokomotiven oder Wagen. So wiegt beispielsweise eine Betonschwelle bereits rund 300 kg. Die Tender großer Dampflokomotiven fassen bis zu 10 Tonnen Kohle, welche regelmäßig in den Betriebswerken ergänzt werden musste. Elementar wichtig war dabei, dass sich die Kräne während ihrer Arbeit um sich selbst drehen konnten, um z.B. Kohle von einem Bansen/ Wagen aufzunehmen und in einen Tender einer nebenstehenden Lok zu verladen.

Welche Krane gibt es? Die Vielfalt der Eisenbahnkrane ist riesig. Angefangen bei sehr frühen Exemplaren, welche als Dampfkräne (z.B. der Firma DEMAG und Ardelt) mit Kohle befeuert wurden und nur sehr geringe Massen heben konnten, reicht die Vielfalt über mächtige Kranbauten wie den EDK 50 mit einem Eigengewicht von über 100t bis hin zu kleinen Eigenbauten, welche auf ausgemusterten Fahrgestellen errichtet wurden.

Der in den letzten Jahren durch den Verein Sächsisches Eisenbahnmuseum e. V. aufgearbeitete Kran ist ein Eisenbahndrehkran (EDK 80) aus dem Jahr 1963. Er stammt aus der Produktion des VEB Schwermaschinenbau »S.M. Kirow«, der Teil des Kombinats TAKRAF (Tagebau-Ausrüstungen, Krane und Förderanlagen) war. Das Nachfolgeunternehmen produziert bis heute unter dem Name Kirow Ardelt GmbH Eisenbahnkrane und schwere Baumaschinen.

Für kleinere Lasten existierten auch Umbauten-Krane. Dieses Exemplar entstand auf einem nicht mehr benötigten Schwanenhals-Drehgestell (Bauart 0902) und einem Findeisenkran und war lange Jahre im Bw. Chemnitz-Glösa im Einsatz. Der Kran ist bis heute erhalten geblieben. [Foto: Maximilian Thieme]

Die Krane des VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow

BezeichnungMax. Hebegewicht
EDK 6 (A und M)6 t
EDK 1010 t
EDK 2525 t
EDK 80 (/1 bis 3)20 t
EDK 300 (W)30t/60t (unabgestützt/abgestützt)
EDK 5050t
EDK 50080t
EDK 1000125 t

Zu DDR-Zeiten produzierte der Leipziger Betrieb eine große Anzahl an Eisenbahndrehkränen verschiedenster Bauarten für die Deutsche Reichsbahn, aber auch für den Export und die UdSSR. Die nebenstehende Tabelle zeigt einen Auszug der gebauten Typen.

1xEDK 6MKirow/1958
1xEDK 50Kirow/1960
1xEDK 80Kirow/1963
1xEDK 80-3Kirow/1970

Das nun aufgearbeitete Fahrzeug vom Typ EDK 80. Er besteht aus einem Kranunterwagen mit vier Achsen, einem Ausleger und einem drehbar auf dem Untergestell gelagerten Oberwagen. Dieser beinhaltet neben dem Dieselmotor mit Generator und Getriebe auch die Elektrik und die Seilwinden. Das Fahrzeug wird von der Fahrerkabine aus gesteuert und kann sich mithilfe des eingebauten Motors im Bw-Bereich auch selbstständig fortbewegen.

Bild eines EDK 1000 mit 125t Hubkraft im Einsatz. [Richard Födisch, Slg Dieter Harnsich]

Ein weiterer Vertreter des Kranbaus Kirow ist der im Museum erhaltende EDK 6M. Dieser hat im Gegensatz zum aufgearbeiteten EDK 80 eine wesentlich geringere Tragfähigkeit von nur 6 Tonnen. [Foto: Maximilian Thieme]

Die Aufarbeitung des EDK 80, Bau-Nr. 63

Im Jahr 2014 begann die Geschichte der Aufarbeitung des Kranes. Nachdem das Fahrzeug im Jahre 1997 letztmalig vor seiner Außerdienststellung eine Revision erhalten hatte, bedurfte der von Witterungseinflüssen gezeichnete Kran dringend einer grundhaften Überarbeitung. Da bisher nur wenig über den Kran, dessen Geschichte und Technik bekannt war, begann zunächst eine intensive Suche nach Dokumenten und Unterlagen zu dem Fahrzeug. Recherchen in der vereinseigenen Bibliothek waren erfolgreich und auch durch die Unterstützung des Herstellers Kirow in Leipzig konnten Erfolge verzeichnet werden. Es trat zum Vorschein, dass unser Museum einen der ältesten Krane dieser Bauart besitzt. So konnte das Baujahr 1963 und auch die Krannummern ermittelt werden. Von 1507 gebauten Exemplaren des EDK 80, hat dieser Kran die Nummer 63.

Im Jahr 2012 präsentierte sich der Kran noch in einem stark gebrauchten Zustand. [Foto: Maximilian Thieme]

Dies erklärte auch einige bauliche Unterschiede zu den übrigen erhalten Exemplaren der Bauart EDK 80. Äußerlich ist zeigt sich dies beispielhaft an den in den Drehgestellen verbauten Blattfedern zu erkennen. Spätere Ausführungen besaßen bereits eine Schraubenfederung.

Ziel der Aufarbeitung war nicht nur eine äußerliche und farbliche Wiederherstellung, sondern auch eine grundlegende technische Überarbeitung, fand die letzte größere Revision des Fahrzeuges doch im Jahr 1997 statt.

Demontage der Aufbauten und Freilegung des Maschinenraumes. [Foto: Holger Stange]

Die umfangreichen Arbeiten begannen mit der Demontage der Aufbauten. Es erfolgte die Erneuerung der Bremsbeläge der Bremslüfter, die komplette Aufarbeitung der Seilwinden inklusive der Laufrollen und Kranflaschen. Motor- und Elektro-Aufbauten wurden vom Fahrzeug abgehoben um für die folgende Aufarbeitung bessere Platzverhältnisse zu schaffen. Der Motor unterlief derweil viele kleine Überarbeitungen, wie die Erneuerung von Kraftstoffleitungen und die Beseitigung von Ölundichtigkeiten. Die Abgasanlage und das Getriebe des Drehwerks wurden überarbeitet. Eine weitere Baustelle war die Untersuchung des Kranunterwagens. Hierbei wurden die Mechanik der Fahrantriebe überholt und sicherheitshalber das komplette Fahrzeug neu verkabelt. Anschließend erfolgte die Farbbehandlung des Kranunterwagens.

Stück für Stück begann nach der komponentenweisen Aufarbeitung der Zusammenbau des Krans. Ausleger sowie die Aufbauten waren zwischenzeitlich von Rost befreit, intakte Lackflächen angeschliffen und mit Farbe behandelt. Mit der Neuverkabelung des Fahrzeuges und der Aufarbeitung des Greifers mit seiner Mechanik und Elektrik war das Ende der Arbeiten bereits in greifbarer Nähe. Als Großbaustellen entpuppten sich jedoch noch die Aufarbeitung der Schaltschränke, waren viele Schalter auf Grund ihres Alters und mangelnder Wartung zwischenzeitlich ohne Funktion.

Letztlich wurden Fahrerkabine und die dort befindlichen Instrumente erneuert, Korrosionsschäden beseitigt, die Innenausstattung konserviert und neue Scheiben verbaut.

Die Lastprobe zur Abnahme das Fahrzeuges meisterte der Kran mit Bravour. [Foto: Ralf Bechmann]

Im Herbst 2021 war es dann soweit. Mit der Abnahme des Kranes durch die DEKRA in Chemnitz rückte die Fertigstellung einen bedeutenden Schritt näher und ist zur Zeit beendet. Weit mehr als 600 Stunden Arbeit flossen in dieses Projekt!

Wir danken allen an diesem Projekt beteiligten Vereinsmitglieder und Helfern für Ihre Arbeit! Es wurde wieder einmal ein eisenbahnhistorisches Fahrzeug vor dem Verfall bewahrt und dem Verein Sächsisches Eisenbahnmuseum sowie dem Schauplatz Eisenbahn als funktionsfähiges Exponat zugeführt.

Die nächsten Projekte stehen bereits vor der Tür, dafür werden auch weiterhin tatkräftige Unterstützer gesucht. Unser Verein bietet unzählige Möglichkeiten vom Gleisbau über Fahrzeugaufarbeitung bis zu den Arbeitsgruppen Feldbahn (Jugend Truppe) und Modellbahn. Wer Lust hat mitzuhelfen kann sich jederzeit melden.

info@sem-chemnitz.de oder über 0371/ 46 400 622 melden.

Wir freuen uns!

Text: Holger Stange, Bearbeitung Maximilian Thieme

Buchtipp: Gottfried Bartsch – ZC Kilometer 27,1

Gottfried Bartsch

ZC Kilometer 27,1

2020 – 125 Jahre Würschnitztalbahn2020 – 111 Jahre Haltepunkt Adorf

Eine 176-seitige Broschüre im Format Din A5 mit mehr als 200 teils farbigen Illustrationen zur Strecke Zwönitz – Chemnitz. Im km 27,1 befindet sich seit 1908 der Haltepunkt Adorf (Erzgebirge), und dieser steht im Mittelpunkt einer Fleißarbeit von Gottfried Bartsch, die er im Eigenverlag mit viel Herzblut produziert hat und verteilt.

Bestellungen sind zum Selbstkostenpreis i.H.v. 11€ per Email an Gottfried Bartsch, bargott@t-online.de möglich.